Streuobstwiese

Biotopverbundplanung

Die Änderung des Naturschutzgesetzes Baden-Württemberg, welche am 31. Juli 2020 in Kraft getreten ist, sieht in § 22 vor, ein Netz räumlich und funktional verbundener Biotope zu schaffen. Dies soll auf der Grundlage des Fachplans Landesweiter Biotopverbund (FPBV)erfolgen, welcher sich in einen Fachplan Offenland (FP Offenland), einen Fachplan Gewässerlandschaften (FP Gewässerlandschaften) und den Generalwildwegeplan (GWP) der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) gliedert. Als Ergänzung zum FP Offenland wurde zudem die Raumkulisse Feldvögel erarbeitet. Im Daten- und Kartendienst der LUBW stehen die Unterlagen zum Download bereit.

Ziel ist es, den funktionale Biotopverbund schrittweise auszubauen. Bis 2030 sollen mindestens 15% der Offenlandfläche Baden-Württembergs dem Biotopverbund dienen. Dafür ist es notwendig, dass die Kommunen auf ihren Gemarkungen zunächst die Biotope erfassen und im Anschluss eine Biotopverbundplanung erstellen. Dadurch sollen die im FPBV vom Land genannten Planungen konkretisiert und notwendigen räumlichen und funktionalen Zusammenhänge zwischen den Biotopen, auch zu denen auf angrenzenden Gemarkungen, geschaffen werden. Gleichzeitig dient der kommunale Biotopverbund der Erhaltung und Verbesserung der Biodiversität auf der jeweiligen Gemeindefläche und kann zudem einen Beitrag für das Landschaftserlebnis in Naherholung und Tourismus leisten.

In den Biotopverbundplanungen soll ein Maßnahmenkonzept, gegliedert in Schwerpunkträume, eine Maßnahmenliste und Steckbriefe für die prioritär umzusetzenden Maßnahmen erarbeitet werden, welches im Anschluss die Grundlage zur Umsetzung sein sollen. Hierbei ist die Sicherung und Optimierung von Kernflächen durch eine fachgerechte (Erst-)Pflege ein elementarer Baustein der Maßnahmen. Auch Ausgleichsflächen und bestehende Ökokontoflächen können in den kommunalen Biotopverbund integriert werden.

Die Umsetzung einzelner Maßnahmen kann bereits parallel zur Ausarbeitung der Biotopverbundplanung erfolgen. Die wesentlichen Inhalte der kommunalen Biotopverbundplanung sollen durch die Integration in den Flächennutzungsplan gesichert werden.

Der zeitliche Umfang der Bearbeitung ist auf ca. 3 Jahre angesetzt. Dabei wird in den Jahren 2023/24 die Datengrundlage erstellt, im Jahr 2024 alle notwendigen Kartierungen durchgeführt und im Nachgang dann der Bericht gefertigt und einzelne Maßnahmen umgesetzt werden. Des Weiteren sind mehrere Termine und Veranstaltungen beinhaltet.

Aktuelle Informationen und Möglichkeiten der Kontaktaufnahme finden Sie auch auf dem Beteiligungsportal der Biotopverbundplanungen im Landkreis Ravensburg (https://lev-rv.de/gvv-fronreute-wolpertswende/ )